Feng Shui Grundlagen – Begriffe und Zeichen

Unsere grundlegenden Ansichten zu Feng Shui und unser Verständnis zu dieser alten chinesischen Lehre haben Sie vielleicht auf unserer Feng-Shui-Seite bereits gelesen. Darüber hinaus sind die Grundlagen von Feng Shui, die verwendeten Begriffe und Zeichen natürlich auch interessant, will man die Lehre verstehen.

Feng Shui ist nicht mystisch!

Die Bedeutung von Chi, Yin und Yang, der fünf Elemente und des Bagua werden sie bereits kennen – nämlich aus Physik, Chemie, Farben- und Formenlehre oder der Psychologie. Im Wesentlichen handelt es sich um allgemein bekannte und anerkannte Erscheinungen und Wirkungen. Auch die vier himmlischen Tiere sind nur ein anderer Ausdruck allgemein bekannter „Wohlfühl-Faktoren“. Wenn man in Feng Shui Besonderes sucht, ist es unserer Meinung nach die gezielte Anwendung dieser Erkenntnisse bei der Nutzung und Gestaltung unseres Wohnumfeldes.

Das Chi (auch Qi)

Materie in ihren uns umgebenden unterschiedlichen Erscheinungsformen ist nichts anderes, als Energie (Chi). Ob sichtbar oder unsichtbar, ob greifbar und nur mit Meßinstrumenten nachweisbar – es handelt sich immer um Energie. Spätestens seit Einstein ist das auch in der westlichen Welt kein Geheimnis mehr. Die Anerkennung und das Bewußtwerden dieser Tatsache ist eine der wesentlichen Botschaften von Feng Shui – und weiter, daß diese Energien sich gegenseitig beeinflussen.

Diese Energien sollen fließen. Es geht also darum, stehende und stockende Energien möglichst zu verhindern, weil das einen negativen Einfluß und negative Erscheinungen hat (wie z.B. ein stehendes Gewässer leicht fault, übel riecht und Lebewesen abtötet) – zugleich aber auch eine zu schnelle Bewegung zu vermeiden- wie etwa ein starker Strom immer auch negative, z.B. eine zerstörende Kraft, hat und vieles Wertvolle einfach hinweg spült. Dies erreicht man durch die Gestaltung z.B. des Raumes, seine Einrichtung und/oder entsprechende Hilfsmittel, auf die wir an anderer Stelle noch eingehen. 

Yin und Yang

Das Symbol für Ying und Yang ist weitläufig bekannt. Beides sind wie zwei entgegengesetzte Pole,  gehören jedoch unabdingbar zu einem Ganzen. Das Eine ist nichts ohne das Andere. Beide entfalten eine Wechselwirkung zueinander und – unserer Meinung nach entscheidend – in einem geschlossenen System befinden sie sich immer im Gleichgewicht.

Dennoch ist es möglich, daß in einem Raum z.B. Yin-Energie vorherrscht. Das kann wünschenswert sein, wenn es sich z.B. um ein Schlafzimmer handelt. Herrscht andererseits z.B. in einem Arbeitszimmer zu viel Yin-Energie, müssen wir uns um eine Abschwächung dieser und um eine Stärkung der Yang-Energien bemühen. Arbeiten ist ein aktiver Prozeß, der durch Yin eher erschwert wird. Ein paar Beispiele sollen verdeutlichen, wofür die beiden Pole stehen:

Yin steht für dunkel, passiv, Winter, Regen, Kälte, Ruhe

Yang hingegen steht für hell, aktiv, Sommer, Sonnenschein, Wärme, Aktivität

Die Fünf Elemente

Die fünf Elemente sind Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz. Sie sind der Ausdruck jeglicher Erscheinungen. Jedem Element werden bestimmte Eigenschaften, Farben und Formen zugeschrieben. Folglich kann jede Erscheinung einem Element zugeordnet werden.

Alle stehen wieder in einer Wechselwirkung zueinander und befinden sich in einem ewigen Kreislauf der Entstehung und des Niedergangs. Der Niedergang des Einen ist also nicht das Ende des Ganzen, sondern die Entstehung eines Anderen.

Dies alles ist uns eigentlich bekannt, wir sind uns dessen vielleicht nicht immer bewußt. Mit Feng Shui können wir lernen, damit aktiv umzugehen, uns diese Prozesse zu Nutze zu machen.

Hilfreich ist der Umgang mit den fünf Elementen, z.B. für die gezielte Förderung eine der o.g. Energien oder bestimmter Stimmungen bzw. für die Abschwächung überbetonter Bereiche. Wasser kontrolliert z.B. Feuer, Holz wiederum fördert das Feuer usw..

Auch hier geht es insgesamt um ein Gleichgewicht. Es können bestimmte Elemente vorherrschend sein – sogar in erwünschter Weise – in einem geschlossenen System sind sie wieder ausgeglichen.

Nur Aktivität, wie z.B. Feuer, zu erzeugen, wäre nicht nur nicht sinnvoll, sondern auch gar nicht möglich – so, wie wir nicht 24 h Arbeiten können, sondern auch Ruhephasen brauchen, so, wie nach dem Tag unweigerlich die Nacht kommt.

Das Bagua

Das Bagua ist die Symbolik in Feng Shui, der wir am kritischsten gegenüber stehen. Wir wollen es nicht ignorieren oder lächelnd beiseite schieben. Aber wir glauben eher an die psychologische Wirkung seines Einsatzes, denn einer fundamentalen Bestimmung oder gar Ursache. Seine Wirkung wird es, geschickt eingesetzt, freilich nicht verfehlen.

Das Bagua teilt einen Ort in 9 Bereiche. Es herrschen dabei zwei Theorien vor. Im traditionellen Feng Shui wird das Bagua immer nach Norden ausgerichtet. Neuere Feng Shui-Lehren tendieren eher dazu, das Bagua nach dem Eingang eines Grundstückes, Hauses, Raumes auszurichten. Der „Norden“ liegt dann also dort, wo der Eingang ist. Wir können das nicht recht nachvollziehen und bevorzugen daher die traditionelle Methode – zugleich wird durch diese unterschiedlichen Herangehensweise unser Skepzis gegenüber dem Bagua begründet.

Dennoch ist für uns das Bagua nur eine psychologische Brücke, die uns dem einen oder anderen wichtigen Aspekt in unserem Leben zuwenden läßt und hilft, nichts aus dem Auge zu verlieren.

Auch beim Bagua kommt es auf Ausgeglichenheit an. Alle neun Bereiche gehören zueinander und bedingen einander. Es mag Zeiten und Situationen geben, in denen man sich stärker dem einen Aspekt des Lebens zuwendet und andere eher vernachlässigt. Später wird das wieder anders sein. Niemand wird nur mit einem Teilaspekt glücklich. Das Bagua wird hoffentlich auch niemand so verstehen, daß die Konzentration auf einen Bereich nun gleich alle Probleme dort löst. Dazu bedarf es freilich mehr. Aber es hilft, einem bestimmten Teilaspekt im Alltag eine größere Aufmerksamkeit zu schenken und damit einen positiven Einfluß darauf auszuüben.

Die vier himmlischen Tiere

Die vier himmlischen Tiere kennen und berücksichtigen Sie bereits – instinktiv. Wo setzen Sie sich am liebsten hin, wenn Sie in eine Gaststätte gehen?

Bei der Gestaltung von Plätzen, Grundstücken, Räumen oder Teilbereichen, wie z.B. einer Couchecke, werden Sie diese Erscheinungen, die in Feng Shui sehr bildhaft beschrieben werden, immer wieder finden.

Schauen Sie sich Orte genau an, an denen Sie sich wohlfühlen – Sie werden die vier himmlischen Tiere finden. Andererseits werden Sie Orte kennen, an denen Sie sich immer etwas unwohl fühlen. Schauen Sie sich die an – es fehlt garantiert etwas. Das Unwohlsein dort könnte zwar auch noch andere Ursachen haben – aber darauf können wir hier jetzt nicht eingehen.

Doch was beschreiben die vier himmlischen Tiere?

  • Schildkröte – mit ihrem stabilen Panzer schützt sie zuverlässig ihren Rücken und sorgt dafür, daß Sie sich nach vorn konzentrieren können
  • Phönix – der hochfliegende Vogel symbolisiert den freien Ausblick nach vorn
  • Drache und Tiger  – sind Ihre seitlichen „Bewacher“ und „Adjudanten“, die Ihnen einerseits Schutz bieten, andererseits Sie unterstützen – mächtig, kraftvoll und aktiv der Drache – etwas geduckt, aber aufmerksam und jederzeit bereit der Tiger.

Wenn Ihnen die vier himmlischen Tiere als Ausdruckzu fremd sind, nennen Sie es „Lehnstuhl-Prinzip„. Der Lehnstuhl gibt Ihnen Schutz im Rücken, sichert Sie nach beiden Seiten hin und gewährt nach vorn einen freien Ausblick.

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